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Roman F. Hümbs
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Filter

Filter - ein kontroverses Thema

Filter in der Fotografie sind so alt wie die Fotografie selbst. Schon immer lag
es in der Natur des jeweiligen Fotografen, sein Bild so zu gestalten wie es ihm
in Gedanken vorschwebt. Man kann und ist geteilter Meinung über den Einsatz
der Filter und seinen daraus resultierenden Möglichkeiten; gleichzeitig erhalten
Filter aber eine neue Dimension in Verbindung mit der EBV.

Grundsätzlich gilt unabhängig für das einzusetzende System: weniger ist mehr,
wie in der restlichen Fotografie allgemein. Man kann sich schnell "satt" sehen
an Effekten. Setzt man diese hingegen spärlich ein, läßt sich gar bei einer
Fotoausstellung o.ä. gar ein Highlight setzen.

Unterschieden werden verschiedene Systeme von Filtern:

1.

Die herkömmlichsten sind die Schraubfilter, sie werden vorn auf das Objektiv
geschraubt. Dieses kann aber auch zum Nachteil sein, immer dann, wenn bei
preiswerten Objektiven sich die Frontlinse mitdreht. Dann dreht sich in der
Folge dessen auch der Filter ständig mit, was beim Einsatz von Polfiltern,
Verlauffiltern, und Effektfiltern stört.

2.

Ebenfalls recht weit verbreitet und flexibler in der Anwendung sind Filter, die
über einen Adapter angebracht werden. Diese Filter befinden sich in einem
Filterhalter und werden per Adaption an das das jeweilige Objektiv angebracht.
Je nach gewählter Systemgröße eignet sich dieser Filtertyp von 20mm bis
200mm Brennweite. Diese sind flexibler gegenüber den Einschraubfiltern, da ich
hier nicht angewiesen bin, z.B. bei Verlauffiltern, den Effekt immer mittig zu
handeln. Hier kann durch Verlagern der vertikalen Ebene die horinzontale Lage
verändert werden, und so den Motivbereichen angepasst werden. Mit dem
Nachteil, das oftmals die Gegenlichtblende des Objektives nicht mehr passt.

3.

Bei hoch geöffneten Telebrennweiten oder auch extrem kurzbrennweitigen
Objektiven finden wir Steckfilterhalter, welche direkt in den Strahlengang des
Objektives gesteckt werden. Vorteil hier: diese Objektive sind bereits mit dem
Filter berechnet worden, es verschlechtert sich also nicht die Abbildungsleistung
des Objektiv.

4.

Die elektronische Bildverarbeitung (EBV). Denn alle Filtermöglichkeiten die wir
kennen aus der angewandten Fotografie und vieles mehr läßt sich heute bereits
mit digitalen Filtern erstellen. Und deren Qualität ist den herkömmlichen Filtern
überlegen. Eine Ausnahme ist der Polfilter, der bis heute nicht nachgebaut
werden konnte. Der Aufwand dazu ist immens.

Beispiel: Mit dem "Verlaufwerkzeug" lassen sich unendlich viele Verläufe selbst
herstellen. Diese werden dann mittels Ebenentechnik in das Ausgangsbild
hineinkopiert. Eine Angelegenheit von nur wenigen Mausklicks. Dies ist aber ein
sehr simples Beispiel. Für perfekt ausgearbeitete Fotos kann man auch hier
einige Stunden veranschlagen.

Welche Filter aber sind wirklich notwendig?

Ausgehend von der Farbfotografie:

Der weitverbreiteste ist der Polfilter, je nach System der Kamera arbeitet dieser
linear oder zirkular. In beiden Fällen ist aber die Wirkung gleich: dieser Filter
ermöglicht es uns in der Fotografie störende Reflexe zu unterdrücken,
manchmal gar vollständig. Die effektivsten Ergebnisse erreicht man in einem
Winkel von 25°- 45° Grad zum Lichteinfall. Aufgebaut ist dieser Filter mit der
Angabe 2 - 4 fach. D. h. je nach Einstellung des Filters benötige ich mindestens
2 Zeitstufen oder aber maximal 4 Zeitstufen mehr bei der Belichtung oder
Blenden, je nachdem ob ich mit Zeitautomatik oder Blendenautomatik
fotografiere. Arbeite ich hingegen mit externen Systemen, wie es z. B. auch bei
Sucherkameras vorkommen kann, muß der Belichtungswert manuell ermittelt
werden. Auf allen Oberflächen entstehen Reflexe. Mindert man diese, hat es
zur Folge, das die Farben satter erscheinen, kräftig leuchtend. Achten sie auf
die Angabe des Filters. Mittlerweile gibt es Polfilter mit einer max.
Verlängerung von 2 Stufen. Diese wirken nicht so hart, gerade im Einsatz mit
Weiwinkelooptiken.

Tipp hierzu:

möchten Sie das Ergebnis vorab beurteilen halten Sie einfach den Polfilter vor
ihr Auge und drehen diesen. So können Sie bereits ohne großes aufschrauben
feststellen, ob sich der Effekt lohnt, respektive ihren Vorstellungen entspricht.

Neutrale Graufilter und neutrale Grauverlauffilter erlauben in der Fotografie
eine Anpassung an extreme Lichtverhältnisse, die zu verarbeiten unser
Filmsensor nicht in der Lage ist. Diese sind erhältlich in verschiedenen
Abstufungen, je höher die angegebene Zahl auf dem Filter, desto höher die
Reduzierung der Lichtmenge. Damit lassen sich, wenn es die Situation erlaubt
oder wünschenswert ist, lange Verschlußzeiten erreichen, auch dann, wenn es
das Umgebungslicht eigentlich nicht zulassen würde. Mit dem neutralen
Grauverlauffilter lassen sich vorhandene große Kontrastunterschiede anpassen.

Ein früher oft verwandter Filtertyp war/ist der Skylight und/oder UV Filter. Wer
diesen Filter nutzen möchte als Schutz vor dem Objektiv kann das machen,
sollte sich aber bewusst sein, das jedes zusätzliche Glas vor dem Objektiv
die Qualität beeinträchtigt. Besser ist es hier als Schutz grundsätzlich die
Gegenlichtblende zu verwenden.

Filter für die S/W-Fotografie

Für die reine S/W Fotografie hingegen benötigt man eventuell einen Gelb-,
Orange-, Rot- und/oder einen Grünfilter. Gelb verstärkt den Kontrast und
schwächt den oft vorhandenen Dunst ab; bei Porträts hingegen werden
Sommersprossen "kaschiert". Orange läßt Wolken gut sichtbar werden,
verdunkelt auch das Himmelsblau. Vorhandener Dunst wirkt wie nicht
vorhanden! Gut geeignet auch für Architekturaufnahmen, da mit Hilfe des
Filters die unterschiedlichen Steinstrukturen besser zur Geltung kommen. Rot
bringt Dramatik pur in das Bild. Es läßt sich rasch eine Gewitterstimmung
aufbauen. Das blau des Himmels wirkt beinahe wie schwarz, vorhandene
Reflexionen werden gar glänzend dargestellt. Grün bringt Nuancen in den
Grautönen hervor. Bei Porträt Aufnahmen erreicht man damit eine dunklere
Wiedergabe der Hauttöne. Etliche DSLR Kameras bieten diese Filter als
Zusatzeinstellungen in ihren Untermenüs an.

Effektfilter - sparsam einsetzten.

Alle anderen Filter tauchen die angewandte Fotografie in Effekte aller Art.
Darauf im einzelnen einzugehen würde den Rahmen des Beitrages sprengen,
kommen doch beinahe täglich neue hinzu. Erlaubt ist was gefällt, wir sollten
uns nur klar darüber sein, das jeder Einsatz eines Filters eine Verfremdung ist.

Sind Filter noch zeitgemäß?

Sind Filter noch berechtigt im Zeitalter der elektronischen Bildverarbeitung?
Ja und Nein. Betrachtet man das vom Gesichtspunkt der Abbildungsleistung
müßte ohne Filter gearbeitet werden und die Effekte nachträglich per EBV
eingesetzt werden. Das aber kann auch sehr zeitaufwendig werden. Und auch
für eine Nachbearbeitung in einem digitalen Studio ist es immer von Vorteil,
wenn die Vorlage nahe am Endergebnis herankommt.

Auch bei der EBB gilt: sparsam und sinnvoll eingesetzt wirken Filter. Manchmal
erreicht man in der elektronischen Bildverarbeitung erst durch die Kombination
von zwei oder mehr Filtern den gewünschten Effekt. Viele Begriffe aus der
analogen Fotografie sind bereits übernommen worden, aber wie z. B. erreichen
Sie mit der EBV den Effekt des Polfilters? Da müssen Sie schon etwas tiefer in
die Trickkiste greifen, Masken legen, Sättigungsbereiche analysieren und
Farbkurven verändern und trotzdem erhält man evt. kein befriedigendes
Ergebnis. Dies kann sich jedoch bald ändern, denn das elektronische Medium
bringt immer neue Überraschungen. Die derzeitigen elektronischen Helfer als
Polfilter können noch nicht ganz überzeugen.

Roman F. Hümbs

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